Sonderausstellung Immaterielles Kulturerbe

Manuelle Glasfertigung ist immaterielles Kulturerbe

Museum Baruther Glashütte eröffnet Sonderausstellung mit dokumentarischen Fotos, historischen Gläsern und Studioglas

28.8.2016, 15 Uhr, Baruth-Glashütte, Ausstellungshaus am Hüttenbahnhof

Drei Dutzend Exponate von Gebrauchsglas, Designer-Glas bis zu gläsernen Kunstobjekten erwarten ab dem 28. 8.2016 ihr Publikum im Museum Baruther Glashütte. Die sehenswerten Stücke aus drei Jahrhunderten sind als materielle Überlieferung der Spiegel der jüngst auf nationaler Ebene als immaterielles Kulturerbe (IKE) gekürten Manuellen Glasfertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas. Einige Stücke eines Seminars der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle dokumentieren die Praxiserfahrungen von Hallenser Studierenden in Glashütte zum Thema „Flasche“. Die Ausstellungsobjekte werden durch zahlreiche beeindruckende dokumentarische Fotos ergänzt. Die Ausstellung ist als Teil des Jahresprogramms von Kulturland Brandenburg „Handwerk zwischen gestern und übermorgen“ im Haus am Hüttenbahnhof im Museumdorf Baruther Glashütte bis zum 13. November 2016, Dienstag bis Donnerstag, 10-17 Uhr zu sehen.

Die Ausstellungseröffnung wird musikalisch begleitet von Kerstin Brokate und Peter Kuhs. Das Duo aus Flöte und Gitarre spielt Klassisches und Nichtklassisches aus drei Jahrhunderten.

Veranstaltungen im September 2016 bilden das Rahmenprogramm der IKE-Ausstellung 20.-26.9.2016 Praxiswoche mit Glasmachern und Designerinnen am Glasofen (Anmeldung: goes@remove-this.museumsdorf-glashuette.de)

25.9.2016 12-18 Uhr Praxistagung zu Immateriellem Kulturerbe, Glasnetzwerken und Studiopraxis (Anmeldung: goes@remove-this.museumsdorf-glashuette.de)

24.9.2016, 19 Uhr Glasmachertafel (Anmeldung: goes@remove-this.museumsdorf-glashuette.de)

Die Ausstellung ist Teil der diesjährigen Glashütter „Kulturland-Projekte“. Kulturland Brandenburg 2016 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg.

Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen, der Investitionsbank des Landes Brandenburg und des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg

Medienpartner: kulturradio vom rbb, Antenne Brandenburg, Lausitzer Rundschau, punkt 3

Berlin / Baruth / Potsdam (Kulturland Brandenburg) /Peterhagen (lwl).

Das Expertenkomitee „Immaterielles Kulturerbe“ bei der Deutschen UNESCO-Kommission hat die „manuelle Glasfertigung“ gemeinsam mit sechs weiteren Kulturformen als immaterielles Kulturerbe auf nationaler Ebene bewertet. Die Neuaufnahmen gaben die Deutsche UNESCO-Kommission, die Kultusministerkonferenz und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Dr. Monika Grütters, heute (4.12.) in Berlin bekannt.  Ein unabhängiges Expertenkomitee folgte der Argumentation der Bewerber, „das implizite Wissen der händischen Glasherstellung durch Praxis, Vernetzung, Dokumentation und Weiterentwicklung für die Zukunft zu bewahren“.

„Die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis ist für die gesamte Glas-Community in Deutschland eine große Anerkennung“, freut sich Dr. Katrin Holthaus, Leiterin des LWL-Industriemuseums Glashütte Gernheim. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hatte gemeinsam mit der Glashütte Lamberts in Waldsassen und dem Glasstudio und Museum Baruther Glashütte die entsprechende Bewerbung bei der UNESCO eingereicht.

Die Glaspraktiker und Historiker aus Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hatten sich zu einer gemeinschaftlichen länderübergreifenden Bewerbung zusammengeschlossen, um die kulturelle Ausdrucksform der Glasfertigung mit Pfeife und anderen Werkzeugen vor dem Verlust zu bewahren. Glas schließt sich somit an bereits anerkannten 27 Traditionen und Wissensformen an. Mit der Anerkennung ist keine finanzielle oder sonstige Unterstützung verbunden.

Die aktive Überlieferung der manuellen Glasfertigung kann nach Auffassung der Bewerber nun besser betrieben werden. „Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen hatten in der Nachkriegszeit durch Schließung von Fabriken und Automatisierung große Wissensverluste bewirkt. Nun ist es möglich, an vielen Standorten – Manufakturen wie Museen oder Studios - die Lebensfähigkeit der lebendigen Glastradition unter Beweis zu stellen“, erklärt Dr. Georg Goes vom Museum und Glasstudio Baruther Glashütte.

In ihrer Bewerbung hoben die Fachleute insbesondere die arbeitsteilige Fertigungsweise der manuellem Hohl- und Flachglasherstellung am Schmelzofen hervor, die seit mehr als 2000 Jahren mit der Glasmacherpfeife und anderen Werkzeugen aus Metall und Holz betrieben wird. Hans Reiner Meindl von der Glashütte Lamberts Waldsassen betont: „Die manuelle Glasherstellung erfordert eine jahrelange Routine und ein qualitativ hochwertiges Arbeiten, das nur in einem exakt aufeinander abgestimmten Team, ähnlich Tänzerinnen auf der Bühne, möglich ist.“

Maßnahmen zur Erhaltung und Bewahrung des Erbes sieht das Glastrio in der Sicherung der bestehenden Ausbildung zum Glasmacher. Sie plädieren außerdem für die Einrichtung eines Studienganges „Glasgestaltung“  mit umfassenderem Praxisanteil. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit zwischen Museen, Designern und Hochschulen,  um innovative Anwendungen und Produkte zu entwickeln.

Weitere Informationen unter:

www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/bundesweites-verzeichnis/eintrag/manuelle-glasfertigung.html

 

Kontakte:

Museum und Glasstudio Baruther Glashütte, Museumsleiter Dr. Georg Goes, Hüttenweg 20, 15837 Baruth-Glashütte, Tel. 033704/980912, info@museumsdorf-glashuette.de; www.museumsdorf-glashuette.de

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim, Museumsleiterin Dr. Katrin Holthaus,  Gernheim 12, 32469 Petershagen, Tel.: 05707-9311-21, katrin.holthaus@remove-this.lwl.org. www.lwl-industriemuseum.de

Glashütte Lamberts Waldsassen GmbH, Geschäftsführer Hans Reiner Meindl, Schützenstraße 1, 95652 Waldsassen, Tel.: 09632-9251-0, meindl@lamberts.de, www.lamberts.de 

 

Pressekontakt:

Dr. Georg Goes, Museum Baruther Glashütte, goes@remove-this.museumsdorf-glashuette.de, Tel.033704/980912

Dr. Antje Frank , Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH,Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kulturland Brandenburg, frank@remove-this.hbpg.de, Tel: 0331/620 85-49

Fotos:
Torsten Rötzsch am Ofen des LWL-Industriemuseums Glashütte Gernheim. Foto: LWL / Holtappels

Formen des heißen Glases. Foto: LWL / Tegeler

Glasmachen in der Glashütte Lamberts, Waldsassen. Foto: Glashütte Lamberts

Praxistagung und Praxiswoche im September

Beiträge

12 - 12.45 Uhr Begrüßung und Vortrag über „300 Jahre Baruther Glashütte“

Referent:  Georg Goes, Museumsleiter

12.45 - 13.30 Uhr Glasdesign aus Halle, Ausstellungsrundgang und Erfahrungsbericht
Referent: Peter Kuchinke und Studierende

13.45 - 14.30 Uhr Manuelle Glasherstellung als immaterielles Kulturerbe?
Referentin: Katrin Holthaus

14.30 - 15.45 Uhr Praxisbesuch im Glasstudio des Museum /Kaffee auf der Hüttenbühne

15.45 - 16.15 Uhr Skandinavisches Studioglas – Ein Werkstattbericht
Referentin: Maja Heuer (angefragt)

16.15 - 16.45 Uhr  Glaspool e.V. – Ein neues Netzwerk
Referentin: Xenia Riemann/Anneli Kraft

17.00 - 18.00 Uhr Statements à 15 Minuten (Themenvorschläge werden gerne entgegen genommen)

18.15 - 18.45 Uhr Prämierung des „schönsten Glases“ aus der Praxiswoche im Glasstudio

ab 19.30 Uhr Abendessen in der Alten Hütte oder im Gasthof Reuner

 

 

 

Immaterielles Kulturerbe

Die manuelle Glasfertigung ist Immaterielles Kulturerbe

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Prosit Glashütte 300 Jahre Baruther Glashütte – 1716|2016

Das 300. Gründungsjubiläum der Baruther Glashütte gilt es gebührend zu feiern. Die Dorfgemeinschaft lädt ein zu einem ganzjährigen Festprogramm. In Glashütte, wo seit Jahrhunderten Handwerkstechniken angewendet und bewahrt werden, wird Im Mai 2016 das Kulturlandjahr von Ministerpräsident Woidke eröffnet. Unter dem Motto „Kulturgut Handwerk“ (Arbeitstitel) bringen sich das Glasstudio im Museum  und die Handwerker-rinnen und Handwerker im Denkmalort mit Ausstellungen, Märkten, Vorträgen, Vorführungen und Konzerten ein.

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Jahresprogramm Prosit Glashütte – 300 Jahre Baruther Glashütte